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Schweißfolgeplan: Inhalt und Verknüpfung mit der WPS

Die Schweißanweisung sagt, wie eine Naht geschweißt wird. Der Schweißfolgeplan sagt, in welcher Reihenfolge die Nähte eines Bauteils entstehen — und oft auch, in welcher Reihenfolge das Bauteil zusammengebaut wird. Bei Rahmen, Hilfsrahmen und langen Aufbauten entscheidet diese Reihenfolge mit darüber, ob das Bauteil nach dem Schweißen noch maßhaltig ist.

Schweißplan, Schweißfolgeplan, WPS — die Begriffe

Das DVS-Merkblatt 1710 (Ausgabe 08/2015) „Schweißplan im Metallbau“ beschreibt den Schweißplan als Arbeitsunterlage der Fertigung, die die firmenspezifischen Angaben je Werkstoffgruppe auflistet. Je nach Konstruktion verweist er auf weitere Unterlagen — etwa den Zusammenbau- und Schweißfolgeplan, den Prüfplan und die Schweißanweisungen. Das Merkblatt stammt aus dem Metallbau; seine Gliederung lässt sich aber auf geschweißte Fahrzeugbaugruppen übertragen.

  • Schweißplan: der Überbau — welche Werkstoffe, welche Zusätze, welche Schweißer, welche Prüfungen, welche Anlagen.
  • Zusammenbau- und Schweißfolgeplan: die Reihenfolge, in der Teile geheftet, zusammengebaut und geschweißt werden.
  • Schweißanweisung (WPS): Prozess, Zusatz, Parameter und Lagenaufbau je Nahttyp — siehe WPS im Fahrzeugbau.

Wann ein eigener Schweißfolgeplan nötig wird

Nach DVS 1710 sind Zusammenbau und Schweißfolge bei jeder Konstruktion zu beachten. Eigene, zusätzliche Pläne können erforderlich sein für hochbeanspruchte Bauteile mit hohem Sicherheitsbedürfnis, für eine definierte Schweißzugänglichkeit, für umfangreiche und komplizierte Schweißgruppen, für besonders verzugsanfällige Bauteile und für Bauteile mit behindertem Schrumpfen. Für solche Bauteile empfiehlt das Merkblatt eine Verformungsbeurteilung, um schon beim Zuschnitt auf die Geometrie der Einzelteile Einfluss nehmen zu können. Zusammenbau- und Schweißfolgeplan sind nach DVS 1710 immer gemeinsam zu betrachten und zu erstellen; die Form der Darstellung ist freigestellt.

Im Fahrzeugbau trifft „verzugsanfällig“ besonders auf dünnwandige Aufbauten und lange Rahmen zu — mehr dazu unter Schweißverzug an dünnwandigen Aufbauten.

Was in einen Schweißfolgeplan gehört

Eine feste Form gibt es nicht. Ein Schweißfolgeplan kann als Zeichnung oder Tabelle enthalten:

  • die Reihenfolge des Zusammenbaus — Einzelteile, Baugruppen, Endmontage,
  • die Nummerierung der Nähte und ihre Reihenfolge, bei Bedarf je Lage,
  • Heftfolge, Spannmittel und Vorrichtungen,
  • Ansatzpunkte, etwa versetzte Nahtansätze, und Auslaufbleche,
  • Drehen und Wenden des Bauteils,
  • je Naht den Verweis auf die geltende WPS,
  • Haltepunkte für Zwischenprüfungen, zum Beispiel Maßkontrolle.

Was ISO 3834-2 zur Reihenfolge der Nähte verlangt

ISO 3834-2:2021 verwendet das Wort „Schweißfolgeplan“ nicht, regelt aber seinen Inhalt. Zur Fertigungsplanung nach Abschnitt 10.1 gehören unter anderem die Reihenfolge, in der das Bauteil gefertigt wird (Einzelteile, Baugruppen, Endmontage), die Reihenfolge, in der die Nähte geschweißt werden, Reihenfolge und Zeitpunkt der einzelnen Arbeitsschritte sowie die Zuordnung qualifizierten Personals. Während des Schweißens werden nach Abschnitt 14.3 unter anderem die Schweißfolge und die Kontrolle des Verzugs geprüft.

Auch die Schweißanweisung selbst kennt eine Reihenfolge: Nach ISO 15609-1:2019 Abschnitt 4.4.2 gehört die Lagenfolge auf die Nahtskizze, wenn sie für die Eigenschaften der Naht wesentlich ist. Die Lagenfolge innerhalb einer Naht steht also in der WPS, die Reihenfolge der Nähte am Bauteil im Schweißfolgeplan.

Die Verknüpfung mit der WPS — und mit dem Schweißer

Ein Schweißfolgeplan, der je Naht eine WPS-Nummer nennt, macht drei Dinge prüfbar: ob für jede Naht eine freigegebene WPS existiert, ob diese von einer Verfahrensprüfung gedeckt ist und ob der Schweißer, der die Naht ausführt, dafür qualifiziert ist. Wo Rückverfolgbarkeit gefordert ist, nennt ISO 3834-2:2021 in Abschnitt 17 ausdrücklich die Kennzeichnung der Fertigungspläne sowie die Zuordnung von Schweißern und Schweißanweisungen zu bestimmten Nähten.

Den Schweißfolgeplan selbst erstellt die Arbeitsvorbereitung mit der Schweißaufsicht. Die Software führt die Seite, auf die er verweist: freigegebene Schweißanweisungen nach ISO 15609-1, die Verfahrensprüfungen dahinter und die Schweißerprüfungen mit ihren Fristen — und der Deckungscheck zeigt, welche Kombination von einer Prüfung getragen wird.

Dieser Text ist eine Einordnung, kein Normzitat und keine Rechtsberatung. Die verbindliche Fassung steht in der Norm.

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